Pascal Laughiers „Martyrs“ ist bis zu diesem Zeitpunkt der zweite Film, nach dessen „Genuss“ ich mich körperlich schlecht fühlte (der erste war Daran Aronofsky‘s „Requiem für a Dream“). Das soll, auch wenn es nicht so klingt, ein Kompliment sein. Wenn ein Film seinem Zuschauer körperliche Schmerzen bereitet, dann haben die Macher definitiv etwas richtig gemacht und auch wenn die Gefahr sehr groß ist, dass man „Martyrs“ für eine lange Zeit nicht mehr aus seinem Kopf bekommt, so möchte ich doch behaupten, dass jeder (erwachsene und emotional stabile) Zuschauer diese Grenzerfahrung einmal mitmachen sollte.
Allein der erste Teil, der wenigstens von der Story her noch wie ein gewöhnlicher, leicht übernatürlich angehauchter Slasher-Film daher kommen könnte, ist schon ein starkes Stück. Die Stimmung ist trüb, die Bilder düster und Humor ist praktisch nicht vorhanden. Als Lucie dann in das Haus der Familie stürmt und wie ein Tornado mit Schrotflinte über die Familie herfällt, die uns vorher noch so beängstigend knuddelig als Durchschnittsfamilie präsentiert wird und nach 3 Minuten niemand aus der Familie mehr lebt, bekommt man eine leichte Ahnung davon, dass das vielleicht doch keine gewöhnlicher Teenie-Horrorfilm ist. Was danach folgt spottet jeder Beschreibung und entfaltet seine volle Wirkung, wenn es einen unvorbereitet trifft.
Doch was macht den Film denn nun so grausam? Die Gewalt? Naja, rein vom optischen her gibt es in „Martyrs“ nicht viel mehr zu sehen, als in ähnlich gearteten Horrorfilmen. Was den Gore-Faktor angeht kann er keineswegs mit nationalen Konkurenzprodukten wie „Haute Tension“ oder „Inside“ mithalten, aber das ist es nicht, was den Zuschauer erschaudern lässt. Dabei ist der Film pure Gewalt, Gewalt in seiner reinsten und perfektesten Form: Präzisie gesteuert, konstant hart und als Mittel zum Zweck. Das klingt jetzt vielleicht abartig, aber unter den gegebenen Umständen und weil ich nichts von der richtigen Handlung verraten möchte, ist das der beste Weg, es zu beschreiben. Wenn ich jetzt noch erzähle, dass es in dem Film eigentlich nicht um Gewalt geht, seid ihr mit Sicherheit vollends verwirrt, aber wie bereits erwähnt sollte eine Filmkritik zu „Martyrs“ stets kryptisch bleiben, denn jede Anspielung auf das, worum es in diesem Film eigentlich geht, wäre eine Sünde und würde den Film ruinieren für den, der ihn noch nicht gesehen hat. Eigentlich ist sogar schon der Titel des Filmes Hinweis zu viel, aber… naja, irgendeinen Titel muss er ja haben.
Das einzige, was mir zwischen der geistigen Taumelei und dem Zwang, nicht hinzusehen negativ in Erinnerung geblieben ist, ist das mangelnde Schauspiel. Ich meine an diesem Punkt nicht mangelndes schauspielerisches Talent von Mylène Jampano und Morjana Aloui, welches möglicherweise vorhanden ist, aber ich glaube, das minimalistische Schauspiel war beabsichtigt und ich begreife nicht, wieso. Das macht die Schauspielerinnen austauschbar und die perverse Handlung zum eigentlichen Star des Films. Hätten die beiden mehr Gelegenheit dazu gehabt, sich in einigen Szenen in das Gedächtnis des Zuschauers zu spielen, hätte ihr Schicksal uns vielleicht noch härter getroffen als ohnehin (vielleicht hat Laughier zu unserem eigenen Schutz darauf verzichtet). So fiel es mir ehrlich gesagt auch ein bisschen schwer, die beiden auseinander zu halten.
Wie gesagt, der Film ist ohnehin schlimm genug. Die KJ-Freigabe ist hier definitiv berechtigt und auch wenn die einem nicht sagt, aus welchen Gründen der Film für Jugendliche nicht geeignet ist, lasst das meine Warnung sein: Viele Horrorfilm eignen sich für einen netten Abend mit Freunden, dieser hier nicht! Das Popcorn wird euch im Hals stecken bleiben. „Martyrs“ ist Horror in seiner reinsten Form und ein Film, den ihr so schnell nicht wieder aus eurem Verstand bekommt!
Be afraid, be very afraid!
Ich versuche immer noch, mich an diese echte Welt zu gewöhnen, wo nichts am Computer erstellt ist und nicht alle 10 Minuten halbe Städte in die Luft fliegen. Heute Nacht hab ich geträumt, dass mein Opel Corsa sich in eine total heiße Transformerbraut verwandelt, die mir gesagt hat, sie könne nicht so gut kämpfen, aber dafür prima putzen und kochen. Das muss der Film gewesen sein, sowas würde ich nicht mal ansatzweise denken.
Wie dem auch sei, ich habe mich über weite Strecken prima unterhalten gefühlt. Und da ich momentan im Prüfungsstress bin und nach ein wenig geistiger Zerstreuung suchte, war dieser Film das Beste, was mir passieren konnte. Meine Devise ist ja ohnehin, gib Michael Bay ein paar hundert Millionen Dollar und dem Popcorn-Mann 5 Euro und du hast eine gute Zeit. Wer natürlich nach tiefsinngen Dialogen und philosophischen Frage über das Leben, das Universum und den ganzen Rest sucht, der sitzt wortwörtlich im falschen Film.
Wer bei Transformers 2 vor allem nach dem ersten Teil noch was anderes erwartet als einen Film, bei dem 2 Stunden lang Sachen in die Luft fliegen, der hat bemerkenswert naive Vorstellungen.
Zur Handlung möchte ich gar nicht mal so viel sagen, was auch daran liegt, dass ich nicht mehr alles so hundertprozentig nachvollziehen kann. Nur so viel: Wer dachte, die Erde steckte im ersten Teil schon in der Scheiße, der hat keine Ahnung. Dieses Mal ist sogar unser ganzes Sonnensystem dem Untergang geweiht... was auf das gleiche hinausläuft, nämlich, dass wir alle sterben werden, aber es klingt größer! Im dritten Teil geht es dann vermutlich um die Rettung des gesamten Universums, oder so.
Mich nervte ein bisschen, dass die Handlung episodenhaft abläuft und dass man im Verlauf immer noch neue Information bekommt, sogar ein paar Minuten vor Schluss kommt noch mal ein dicker Brocken obendrauf. Das hat mir an Teil eins besser gefallen, da wusste man, was zu tun war, da ging es um einen Würfel. Hier geht es um Würfelsplitter, einen Harvester, Energon, die Matrix of Leadership und am Ende bekommen die Transformer sogar noch einen mystischen Touch, denn offenbar gib es so eine Art Transformer-Himmel.
Wie auch immer, es war schön zu sehen, dass alle Charaktere aus Teil eins wieder mit dabei waren, Sam, seine Eltern, Mikaela, Simmons, Lennox, Epps und natürlich die Transformers Optimus, Bumblebee, Megatron, Starscream... übrigens, ich hab keine Mühe die Autobots auseinanderzuhalten, aber die Decepticons verwechsle ich ständig, besonders im Kampf wusste ich nie, wer Starscream ist und wer Megatron, was merkwürdig ist, denn der eine ist eine weinerliche Blechpussy und der andere ist ein sadistischer und extrem fieser Anführer. War auch schön zu sehen, dass gewisse Leute es nicht in den zweiten Teil geschafft haben. Die Hacker Maggie Madsen und Glen Whitmann wurden durch einen Sidekick eingetauscht, der eigentlich kaum weiter auffällt, außer er kreischt permanent vor Angst.
Ja, wo wir schon dabei sind, der Humor des Filmes ist... naja, also... ach was soll‘s, Michael Bay selbst hat ja mal gesagt: "Ich mache Filme für Teenager." Also kann ich ohne schlechtes gewissen den Humor von Transformers 2 mit dem Wort beschreiben, das am Besten passt: pubertär. Klar lacht man kurz, wenn der kleine Transformer das Bein von Megan Fox begatten will, aber man schämt sich hinterher dafür.
Aber was will man erwarten, wenn nach einer halben Stunde exzessiver Action mal wieder ein paar Minuten Zeit ist, reicht das eben nicht für tiefsinnige Pointen.
Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist mir die Filmmusik, eine gute Mischung aus rockigen Stücken und der komponierten Musik von Steve Jablonsky, einem Schüler von Hans Zimmer. Jablonsky arbeitet oft für Bay und hatte schon bei den grandiosen Soundtracks zu Die Insel, Armageddon, Pearl Harbour und Fluch der Karibik seine Finger im Spiel. Wenn ihr an einigen Stellen des Filmes eine starke und extrem hartnäckige Gänsehaut bekommt, dann ist das wahrscheinlich seine Schuld.
Wenn ihr den Film ohne Ärgernisse überstehen wollt, müsst ihr neben der bereits erwähnten sehr speziellen Art des Humors noch gegen eine Sache immun sein: Amerikanischen Patriotismus. Bisher dachte ich immer, Roland Emmerichs Independence Day kriecht am tiefsten in den amerikanischen Nationalstolzarsch, aber Transformers 2 ist dem zumindest ebenbürtig. Nicht nur werden die Amerikaner hier als die einzigen Menschen vorgestellt, die den Decepticons die Stirn bieten könnten, ich persönlich hatte nach dem Filmgenuss dieses aufdringliche Gefühl, das gesamte US-Millitärarsenal auswendig zu wissen. Panzer, Schiffe, Flugzeuge, Waffen, Soldaten, die Amis haben echt für jedes Problem eine Lösung, und zwar eine, die garantiert ordentlich knallt.
Zusammengefasst muss ich mich dem Großteil der Kritiken anschließen. Transformers - Die Rache kommt nicht an seinen Vorgänger heran und schraubt die zu erfüllenden Erwartungen wieder auf das übliche Michael Bay Niveau zurück, dass sich mit drei Worten beschreiben lässt: Krach, Bäng, Rumms. 140 Minuten lang. Allein die letzen 45 Minuten sind eine einzige nicht enden wollende Destruktionsorgie, bei der man kaum zu blinzeln wagt aus Angst, es könnte einem etwas entgehen. Für so etwas ist eine objektive Bewertung schwer und ihr müsst selbst entscheiden, ob euch so etwas gefällt, oder nicht. Was mich angeht, so denke ich, dass das Kino von solchen Filmen lebt. Man kann Michael Bay viel vorwerfen, aber wenn man die Art Filme, die er macht, generell mag oder wenn einem einfach mal danach ist, sich mit Bildern überfluten zu lassen ohne sein Gehirn großartig anstrengen zu müssen, dann gibt es nichts Besseres als Transformers - Die Rache auf einer großen Leinwand mit vibriendem Sound.
Wie gesagt, ich hab mich gut unterhalten gefühlt, war aber froh, wieder blinzeln zu dürfen, als ich das Kino verließ.